Geschichte der Hochschule

Die Ecole Supérieure de Biotechnologie de Strasbourg (ESBS) wurde 1982 von Prof. Pierre Chambon und Prof. Jean-Pierre Ebel gegründet.

1988 wurde aus ihr dank der Initiative von Prof. Werner Arber (Universität Basel) und Prof. Pierre Chambon eine trinationale Hochschule.

Prof. Christoph Beck und Prof. Edgar Wagner, Universität Freiburg, sowie Prof. Werner Stahl, Universität Karlsruhe, trugen ebenfalls entscheidend zu ihrer Realisierung bei. Ganz wesentlich war der Beitrag von Prof. Jean-Francois Lefèvre, der zu dieser Zeit Direktor der ESBS war; die Konkretisierung des Plans wurde in großem Maße durch Prof. Gilbert Laustriat unterstützt, dem damaligen Direktor der Louis Pasteur Universität Straßburg (ULP).

So ist die ESBS sowohl eine Hochschule für Biotechnologie innerhalb der Universität Straßburg als auch eine echt europäische Hochschule, die bei ihrer Entstehung die 4 Universitäten Basel, Freiburg, Karlsruhe und Straßburg miteinander verband. Seit der Unterzeichung des Vertrages zwischen den 4 Universitäten (Nov. 1988) findet die Auswahl von Studierenden auf trinationaler Ebene statt (deutsch, französisch und schweizerisch) und das Diplom wird in allen 3 Ländern anerkannt.

Die ESBS vergibt auch das Diplom des Diplom-Biotechnologen (Ingenieur in Biotechnologie) (äquivalent zu einem Master-Abschluss), das in  Frankreich von der Kommission für Ingenieurstitel anerkannt wird (Commission des Titres d’Ingénieur).

Ziel der ESBS ist, in 3 Jahren Biotechnologen (Ingenieure) auszubilden, mit Fachkompetenz in verschiedenen Gebieten der modernen  Biotechnologie, damit sie dann ohne weiteres in Forschung, Entwicklung und Produktion im Gesundheits- und Umweltsektor arbeiten können.

Die Ausbildung zum Diplombiotechnologen (Bio-Ingenieur) beinhaltet fundierte Kenntnisse in Naturwissenschaften und angewandten Naturwissenschaften, sowie Teilbereichen aus wirtschafts-, sozialwissenschaftl. und geisteswissenschaftlichen Fächern, und fließende Sprachkenntnisse in den Sprachen der Partnerländer.

Der interdisziplinäre Studiengang basiert auf 3 Zentren, die sich gegenseitig ergänzen: Basel (Mikrobiologie), Freiburg (Molekularbiologie und Pflanzenphysiologie) und Straßburg (übrige Fächer).

Der Illkirch Campus ist der Hauptort für den Unterricht, jedoch halten sich die Studierenden für Zeiträume von jeweils 2 bis 6 Wochen auch in den beiden anderen Partnerländern auf (zurzeit für eine Gesamtdauer von 11 -17 Wochen).

Der internationale Charakter des Studienganges findet sich auch stark in den Praktika, die zum größten Teil außerhalb der Herkunftsländer der Studierenden stattfinden.: die Praktikumsorte sind hauptsächlich in Europa oder Nordamerika, aber auch in Asien (China und Japan) und in Australien und Neuseeland.

Die maximale Größe der Jahrgänge wurde anfangs durch die Vereinbarung von 1988 zwischen den beteiligten Universitäten und unter der Schirmherrschaft von Eucor auf 40 Studierende festgelegt.

Zu Beginn des akademischen Jahres 2014 schufen die ESBS und die ECPM den Studiengang „Chembiotech“, der darauf abzielt, kompetente Ingenieure für Grenzgebiete zwischen Biotechnologie und Chemie auszubilden. Dieser Studiengang, der aus einer innovativen Zusammenarbeit hervorging, bündelt die Lehrkompetenzen der beiden Hochschulen und wird dann  zur Ausbildung von 20 Ingenieuren pro Jahrgang führen.

Zurzeit hat die Hochschule insgesamt 134 Studierende.

Die Arbeitsplätze der  Absolventen finden sich ausschließlich in den Bereichen Biotechnologie, Pharmazie und Medizinforschung.

Fast 2/3 dieser Jobs befinden sich außerhalb Frankreichs (davon 24% in der Schweiz und 12,5 % in Deutschland) und 1/3 in Frankreich. Interessanterweise befinden sich 18% der Jobs im Elsass.

Mit 69 % macht der private Sektor den größten Anteil an Arbeitgebern aus.

Insgesamt stellen wir fest, dass sich die beruflichen Laufbahnen der Absolventen sehr rasch auf  Berufe im Ingenieursbereich und akademischen Bereich sowie Freiberufe  hin bewegten.

                                                                                             Prof. Georges Orfanoudakis

Direktor der ESBS